Sechsmal um den Blog

Von Klaus Jarchow, 20. August 2008 um 12.29 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Kirchensumpf, ‘adult language’ und massive Phobien: medienlese.com auf Entdeckungsreise in der Blogosphäre, auf der Suche nach den Blogperlen.

Der rituelle Rundgang durch Blogville im Monat August: Ich bin immer wieder erstaunt, wie mühelos sich diese Rubrik doch füllt, wenn nicht nur gebannt auf die ‘Alphatiere’ starrt.

Weil mich jemand per Mail danach fragte: Mein Lieblings-Musikblog in deutscher Sprache ist und bleibt Slidetone - unter anderem deshalb, weil es dort eben nicht nur um Musik geht. Der Erzähler, selbst ein Saitenverbieger, wurde einst in CBGB-Wasser getauft, fiel dann wohl die Stooges hinunter und hat dementsprechend mit den Trällermiezen von MTV, mit dem glattgeschleckten Countrypolitan einer gleichgeschalteten Angestelltenkultur oder mit jeder Form von Deppen-Tekkno nicht das Geringste am Hut. Dafür aber gibt es eine beeindruckende Blogroll für weiterführende Expeditionen.

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Blogwerk-Sommer-Verlosung:
Philips PhotoFrame 8 Zoll

Von Peter Sennhauser, 20. August 2008 um 12.01 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Die Blogwerk-Sommerverlosung geht in die dritte Runde: Im neusten Wettbewerb gibt’s einen digitalen Bilderrahmen von Philips zu gewinnen.

Erstmals kommt es zur Überschneidung: Weil im Wettbewerbsposting auf blogwerk.com eine ganze Woche lang der Link zur Verlosung der Terratec-Cinergy-TV-Karte nicht funktioniert hat, geben wir Nachzüglern noch bis Mitternacht am 20. August Gelegenheit zum mitspielen. Darüberhinaus geht es jetzt aber hier um den dritten von insgesamt 13 Preisen, den Photoframe von Philips:

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6 vor 9

Von Ronnie Grob, 20. August 2008 um 8.43 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

1. “Macht Massenbesäufnisse! Es gibt Dümmeres”
(tagesanzeiger.ch, Constantin Seibt)
Ein neuer Medienhype ist im Anmarsch, nämlich die Empörung der Medien über organisierte Massenbesäufnisse. In einem grossartigen Interview nimmt der “Experte für alles”, was in der Schweiz mit Menschen zu tun hat, Kurt Imhof, diesem gleich mal den Wind aus den Segeln und nennt die Medien heute “Brutstätten für Moraltanten”. Was auffällt: Wie ein einziges Gespräch, in dem mal Klartext gesprochen wird, begeistern kann. Das spricht für sehr viel Geschwurbel sonst.

2. “Tagesanzeiger ‘verliert’ Cablecom-Kommentare!”
(fuellhaas.com, Karsten Füllhaas)
Das neugemachte Portal tagesanzeiger.ch kämpft aber dennoch mit vielen Problemen. Zum Beispiel gehen einfach alle Kommentare zu einem Artikel verloren: “Wir haben leider noch einige Startschwierigkeiten. Die Cablecom-Kommentare sind wegen eines technischen Problems unwiderruflich verschwunden. Wir hoffen, künftig solche Fehler vermeiden zu können.”

3. “Die Reihenfolge von Leser-Kommentaren”
(dirkvongehlen.de)
“In Blogs werden Leser-Kommentare in chronologischer Reihenfolge dargestellt. Wer zuerst kommentiert, wird oben dargestellt. (…) Und wie wird auf deutschen Nachrichten-Websites kommentiert? Einige zufällig ausgewählte Beispiele.”

4. “‘Tagesthemen’ immer noch nicht erfolgreicher”
(meedia.de, Jens Schröder)
Die Sendung “Tagesthemen” verschickt Pressemitteilungen, sobald die Quoten der Sendung mal 0,5 Prozentpunkte über dem Vorjahr liegen. Die Wahrheit aber ist: Es geht abwärts, seit Jahren.

5. “Die ARD bezahlt keine Interviews”
(faz.net, Michael Hanfeld)
“Olympiasiegerin Britta Steffen wollte nicht in der Blödelsendung ‘Waldi & Harry’ im Ersten auftreten. Da war der Ärger groß und da rutschte dem Sportchef des BR etwas heraus: Man zahle schließlich Geld für die Interviews. Ein neuer ARD-Skandal? Wir haben nachgefragt.”

6. “Möchtest Du meine CD-R-Sammlung sehen?”
(coffeeandtv.de, Lukas)
“Auch ohne Zugriff auf die Bilddatenbank der dpa zu haben, glaube ich zu wissen, was dort als erstes Ergebnis auftaucht, wenn man ein Symbolbild zum Thema Datenklau sucht.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Dmax:
Männersender spielt mit Muskeln

Von Felix Disselhoff, 19. August 2008 um 9.16 Uhr, 12 Kommentare Kommentare

Der selbsternannte Männersender Dmax mausert sich trotz schwieriger Zielgruppe zum Quotengaranten. Nach nur zwei Jahren am deutschen Fernsehmarkt eine ordentliche Leistung. Kein Wunder, bei diesen Sendungen …

“Dmax. Fernsehen für die tollsten Menschen. Männer.” Und was wollen Männer? Die drei großen Fs: Frauen, Fußball, Filme. Und wenn dem wirklich so wäre, hätte Katja Hofem-Best ein wirklich schlechtes Jahr gehabt. Die Frau in der Führungsriege des Männer-Senders hat aber jeden Grund, sich zu freuen. Dmax hat trotz teils starker öffentlich-rechtlicher Konkurrenz mit der Fußball-Europameisterschaft im Juni und Juli mit 1,3 Prozent bei der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen die besten Marktanteile der jungen Sendergeschichte eingefahren.

Unerwarteter Erfolg

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6 vor 9

Von Ronnie Grob, 19. August 2008 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

1. Interview mit Focus-Online-Chefredakteur Jochen Wegner
(meedia.de, Alexander Becker)
Jochen Wegner erzählt, dass es “Standard in den deutschen Nachrichtenredaktionen” ist, sich “eigene SEO-Experten” zu halten: “Gegen den Zukauf von Traffic ist nichts einzuwenden. Mich stört lediglich die oft eher verschämte Kommunikation in diesem Zusammenhang.” Ausserdem: “Helmut Markwort liest jeden Leserbrief.”

2. Interview mit TV-Journalist Ulrich Tilgner
(tagesanzeiger.ch, Philipp Mäder)
Ulrich Tilgner wird genötigt, über sein “versteinertes Gesicht” zu reden: “Dieser Gesichtsausdruck hat nichts mit meinem Beruf zu tun. Ich lache auch auf Kinderfotos nicht.” Zudem verrät er, wie man als Journalist in Krisengebieten am besten überlebt.

3. “Ein Blick hinter die Kulissen von Zattoo”
(infoweek.ch, Marcel Wüthrich)
Ein Hintergrundbericht über das P2P-TV Zattoo: “Zattoo hat das Potential, zum Inbegriff für Internetfernsehen zu werden und die Welt zu erobern.”

4. “Wir machen das Magazin nicht, weil grün ‘cool’ ist”
(persoenlich.com, Stefan Wyss)
Das deutsche Ivy wurde vom deutschen Verlag Burda am 25.07.2008 eingestellt, da “keine ausreichende wirtschaftliche Basis” vorhanden war - kein Grund für schweizer Verlage, mit nicht weniger als drei grünen Lifestyle-Magazinen ihr Glück zu versuchen. Ein Gespräch mit “ecoLife”-Chefredaktor Paul Stierli.

5. “Mona wird auf eBay verramscht”
(blick.ch, Peter Padrutt)
“Wer in diesen Tagen eBay anklickt, glaubt an ei­­nen Sonnenstich. SF verhökert Kram, den Mona Vetsch auf ihrer ‘Fernweh’-Reise ein­gekauft hat.” (Link: medienlese.com)

6. “Neger gesucht”
(spiegel.de, Petra Bornhöft)
“Ein Grüppchen Parlamentarier fühlte sich nicht genug hofiert auf der Dienstreise nach Amerika. Ihre Beschwerden sind ein Dokument der Peinlichkeit.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
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6 vor 9

Von Ronnie Grob, 18. August 2008 um 8.54 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

1. “ZDF kopiert Apples ‘Think Different’ Spot”
(plagiat.ch)
“Apples Original” vs. “ZDFs Kopie”.

2. “Die Selbstdekonstruktion des Josef Joffe”
(blog.handelsblatt.de/indiskretion, Thomas Knüwer)
Dass es auch 2008 noch immer intelligente Menschen gibt, die glauben, der Wert von Buchstabenfolgen sei abhängig von der Wahl ihres Trägers, stimmt nachdenklich. Thomas Knüwer analysiert einen Zeit-Artikel und erzählt zudem etwas Klatsch über Andrew Keen.

3. “Deckname Moser”
(netzjournalist.twoday.net, Thomas Mrazek)
“Soziale Netzwerke wie StudiVZ, MySpace oder Xing können eine ergiebige Quelle für Journalisten sein. Doch sollte die Recherche mit Fingerspitzengefühl erfolgen.”

4. ORF-Beitrag über die “Kronen Zeitung” kurzfristig abgesagt
(diepresse.com)
“Wieso wurde ein geplanter Beitrag über die ‘Kronen Zeitung’ nicht gesendet? Die Redakteure sagen, sie können nichts dafür.”

5. “Is Jon Stewart the Most Trusted Man in America?”
(nytimes.com, Michiko Kakutani)
Die New York Times fragt, ob es sich beim derzeit vertrauenswürdigsten Mann der USA tatsächlich um den Moderator einer Satiresendung handelt.

6. “Schluss mit den obligaten drei Küsschen zur Begrüssung”
(sonntagszeitung.ch, Steffi Hibber)
Endlich fordert jemand die Abschaffung des seit Jahren in der Schweiz grassierenden Begrüssungsrituals: “Die Hölle, die eigene Wange an verschwitze, mit Denim-Aftershave imprägnierte Buben-Backen drücken zu müssen, dazu erwachsene ‘mwah mwah MWAH!’-Geräusche zu machen. Um dann den ganzen Abend kein einziges Wort mehr mit ihm zu reden.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Wochenrückblick Nr. 33

Von Ronnie Grob, 17. August 2008 um 19.47 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Die Newsnetzer stärken den Boulevard und finden Maddie in Brüssel, außerdem wieder großer Stellenabbau bei amerikanischen Zeitungen. Unser Rückblick auf die 33. Kalenderwoche.

Das Bild der Woche: Drei amerikanische Zeitungen, denen möglicherweise Entlassungen bevorstehen. Gannett, der größte Zeitungsverlag der USA, will 1000 Stellen bei kleineren Blättern streichen, rund 3 Prozent der Belegschaft. Bis zu 600 Mitarbeiter könnten entlassen werden, berichtet das US-Branchenblog Gawker. Seit Anfang Juli reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. In der “blutigsten Woche des Jahres” wurden rund tausend Stellen abgebaut, Verlage melden Millionenverluste, Zeitungen stehen zum Verkauf.

Newsnetz, “das bisher ambitionierste journalistische Projekt im Internet” setzte, wie angekündigt, erste neue Standards. Am 11. August 2008, 16:17 Uhr, wurde gemeldet, dass ein “kleines Mädchen” in Brüssel von einer Überwachungskamera gefilmt wurde (”Videobilder: Ist das wirklich Madeleine McCann?“). Eingebunden in die Meldung wurde ein YouTube-Video der englischen Boulevardzeitung Sun, das offenbar veröffentlicht wurde, weil ein Sicherheitsangestellter meinte, darauf die vermisste Madeleine McCann erkannt zu haben. Doch:

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Im Test:
«Newsnetz»

Von Peter Hogenkamp, 17. August 2008 um 16.21 Uhr, 8 Kommentare Kommentare

Vor gut einer Woche ging das «Newsnetz» an den Start, ein neues Mantelkonstrukt hinter den Websites von Tages-Anzeiger, Basler Zeitung und Berner Zeitung. Wir testen Konzept und Umsetzung.

Wie die Zukunft der Zeitung aussieht, wird im Wochentakt diskutiert; die stets pointiert vorgetragenen Meinungen reichen je nach Interessenlage von: «Zeitungen auf Papier werden ganz verschwinden» bis zum eigentlich bereits widerlegten: «Es wird sich nichts ändern». Wie sieht aber die Zukunft der News-Websites aus, die meist aus denselben Häusern stammen? Einerseits informieren sich immer mehr Leser im Web, andererseits lassen die Werbeeinnahmen dort noch auf sich warten, was die Branche zunehmend nervös werden lässt.

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Böses Internet:
Filmkritiker hat Angst vor Bloggern

Von Ole Reißmann, 16. August 2008 um 17.30 Uhr, 9 Kommentare Kommentare

Uh-oh: Filmkritik geht natürlich nur im Print, im Internet überall nur “sprachliches und intellektuelles Unvermögen”, wettert Josef Schnelle in der Berliner Zeitung.

(atomicjeep, CC-Lizenz)

Im Internet treiben sich “hauptsächlich Dilettanten und Abschreiber” herum, warnt Josef Schnelle in der Berliner Zeitung. Im besten Oberlehrer-Tonfall beklagt er den eigenen Autoritätsverlust angesichts der meinungsfreudigen Stimmenvielfalt der Blogger – die Geschichte geht so:

In den USA entlassen Zeitungen ihre Filmkritiker, in Deutschland werde das auch so kommen – und Schuld hat natürlich das Internet, genauer: Die Blogger, die damit die Filmkritik zu Grabe tragen. Denn damit mal eins klar ist: Filmkritik gehört gedruckt, das ist “keine demokratische Angelegenheit”, mit Daumen rauf oder runter kommt man da nicht weiter. Dass im Netz jeder einfach so seine Meinung veröffentlich darf, ist Josef Schnelle ganz und gar nicht geheuer. Was da in den Blogs steht ist eh nur “flüchtige Gesprächskultur”, zitiert er einen Kollegen, weit entfernt vom “respektablen Literaturgenre” Filmkritik.

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Unverständnis deluxe:
Westliche Journalisten in Peking

Von Ronnie Grob, 16. August 2008 um 11.52 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Salopp gekleidete Pressevertreter werden von einer tausendjährigen Kultur freundlich und hilfsbereit empfangen. Doch die interessieren sich nur für eventuelle Proteste und Themen wie Umweltschutz. Sind die westlichen Journalisten zu hart zu China?

Tim Wu

Tim Wu
Über Zensur in China gibt es mehr als genug zu schreiben. Auch sonst läuft nicht alles zufriedenstellend im Land, das gerade Olympia ausrichtet, Umweltschutz, Menschenrechte, you name it.

Dennoch fragt sich Tim Wu, Professor an der “Columbia Law School”, in einem Artikel auf slate.com, ob westliche Journalisten nicht zu böse seien zu China, das zurzeit mehr oder weniger unbeholfen versucht, geliebt zu werden.

Die westliche Presse ist vor allem fasziniert von Umweltverschmutzung und Protesten. Als Dessert dazu ist alles willkommen, was mit tibetischer Unabhängigkeit, Zensur oder ausländischen Besuchern zu tun hat. Manchmal fliessen all diese Themen zusammen, wie letzten Mittwoch, als eine Horde Amerikaner eine “Free Tibet”-Flagge auf dem Tian’anmen-Platz hisste, an einem Tag mit viel Smog. Nun, das ist eine Story.

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